Chronik

Fakten über unsere Schule:

Die Dalbergschule in Worrns-Herrnsheim

2008 – 100 Jahre Dalbergschule – zur Jubiläumsseite.

Seit dem 2. Oktober 1998 führt die Schule in Worms-Herrnsheim den Namen „Dalbergschule“. Anlass zu dieser Namensgebung war der 90. Geburtstag des ältesten der drei Schulgebäude. Das Schulhaus an der Höhenstraße in Herrnsheim, die „Nei Schul“ genannt, war mit Unterstützung des Fabrikanten Comelius Freiherr von Heyl zu Herrnsheim erbaut worden, weil die“Alt Schul“ an der Kirche aus dem Jahr 1874 zu klein geworden war.

Um den Bau der“ Nei Schul“ entbrannte wegen des Zwiebeltürmchens auf dem Dach ein heftiger Streit unter den Hernnsheimern, der sogar in dem Roman „Die Herrlishöfer und ihr Pfarrer“ dokumentiert ist. Aber schon Jahrhunderte zuvor wurden Kinder in Herrnsheim unterrichtet. So kann in Urkunden nachgelesen werden, dass bereits 1403 ein SchuImeister bezahlt wurde, der auch zugleich Glöckner war, Mitte des 14. Jahrhunderts erwarben die Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg, Besitztümer in Herrnsheim und damit die Herrschaft über das Dorf und die Schule. Wo sich dieses Schulhaus befand, ist nicht überliefert.

1565 fiel Herrnsheim in den Herrschaftsbereich des Kurfürsten von der Pfalz. Von nun an hatte dieser das Einsetzungsrecht für Pfarrer und Lehrer. Kurfürst Friedrich war Lutheraner und setzte deshalb evangelische Pfarrer und Lehrer in Herrnsheim ein. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit den Dalbergern, die größtenteils katholisch geblieben waren, wie die Mehrheit der Bevölkerung auch. Dieser Konflikt setzte sich auch während des 30 jährigen Krieges fort.

Im 18. Jahrhundert setzte sich der Ortsherr Wolfgang von Dalberg ( 1750 ~ 1806 ) für den Bau einer neuen Schule ein. 1792 – 1816 gehörte Herrnsheim unter französischer Herrschaft zum Departement Donnersberg und damit endete die Ortsherrschaft der Dalberger. Lehrer Franz Brauneiß war außerdem als GIöckner, Organist und Kirchendiener tätig.

Nach den Befreiungskriegen 1816 wurde Rheinhessen und damit Herrnsheim der hessischen Regierung unterstellt. Zwei fest angestellte Lehrer unterrichteten ab 1819 im Schulhaus in der Schulgasse. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm der Lederfabrikant Heyl die Dalberg – Tradition in Herrnsheim und sorgte dafür, dass seine Arbeiter in dort Häuser bauen konnten. Die Bevölkerungszahl stieg rapide und damit auch die Anzahl der Schüler – das Schulhaus wurde zu klein.

Wie es zu dem Bau des bereits eingangs erwähnten Schulhauses an der Höhenstraße kam, ist leider nicht festgehalten. Einzig Architekturpläne und ein Rechnungs ~ und Urkundenbuch belegen die Kosten von 55.048,19 Mark, Nach der Fertigstellung des Neubaus wurden die Klassen 1 – 4 weiterhin unterrichtet, ab Klasse 5 besuchten die Kinder die neue Schule.

Von der Zeit nach dem 1. Weltkrieg wird lediglich berichtet, dass das alte Schulhaus an der Kirche als Wohnraum zur Verfügung gestellt und für Schulkinder eine Suppenküche eingerichtet wurde. Während es 3. Reiches bekamen die „Alt Schul“ und die“ Nei Schul“ Namen aufoktruyiert – Horst – Wessel – Schule und Schlageter Schule. Die Schüler hatten zu Schuljahresanfang und – ende im Schulhof anzutreten und mit dem Hitlergruß das Horst – Wessel – Lied und das Deutschland1ied zu singen – Ab 1939 wurde die Schuljugend zu Ernteeinsätzen, zum Rübenausdünnen, Kartoffelkäfer sammeln und Unkraut jäten -verpflichtet. Lehrer und Schüler mussten außerdem Seidenraupen in den Gängen der Schule an der Höhenstraße mit Maulbeerblättern füttern. Die Maulbeerbäume wurden hinter der Schule angepflanzt.

Ab 21. Februar 1945 wurde (sicher sehr zur Freude der Schüler) nicht mehr unterrichtet, weil die Säle für militärische Zwecke gebraucht wurden. Anfang April 45 besetzten die Amerikaner beide Schulgebäude. Im September 45 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen: zwei Lehrerinnen und ein Lehrer unterrichteten 250 Kinder!

Ab Mai 1946 hatte die Schule wieder einen Rektor und 5 weitere Lehrkräfte, der Schulbetrieb lief wieder „normal“, außer dass die Fensterscheiben mit Pappe und Sperrholz geflickt waren und die Einrichtung der Säle zu wünschen übrig ließ.

Ab 1954 gab es in Herrnsheim zwei Schulen: eine katholische Bekenntnisschule im Schulhaus an der Höhenstraße und eine christliche Simultanschule, sinnigerweise im Schulhaus an der katholischen Kirche. 1963 erteilten an der Konfessionsschule 7 Lehrer für 8 Klassen Unterricht in 4 Sälen-, deshalb mussten die Räume der Simultanschule an der Kirche mitgenutzt werden, 2 Klassen waren „Wanderklasse“. Im Oktober 1965 begannen an der Höhenstraße die Bauarbeiten für ein zweites Schulgebäude hinter dem Schulhaus mit den Zwiebltürmchen; eine Turnhalle mit Gymnastikraum wurde ebenfalls gebaut, 1968 war alles fertig. 1968 brachte aber auch die große Schulreform: Von nun an gab Grund – und Hauptschulen, die Konfessionsschulen wurden aufgelöst, Herrnsheim hatte ab sofort nur eine Grundschule, die im Schulhaus neben der Kirche untergebracht wurde. Die Herrnsheimer Schüler vom 5. – 9. Schuljahr (1967 war bereits das 9, Schuljahr für alle Schüler verpflichtend geworden) gehörten von nun an zur Hauptschule Nord, der Staudingerschule in Neuhausen. Da aber dort nicht genügend Säle zur Verfügung standen, wurden die Schulhäuser an der Höhenstraße eine Dependance der Staudingerschule.

Erst 1974 zog die Grundschule in das Gebäude an der Höhenstraße. Im Schuljahr 1976 / 77 sank die Schülerzahl auf 181 Kinder, 1978 / 79 auf 162. Im gleichen Schuljahr feierte die Grundschule ihr erstes großes Schulfest.
1979 / 80 fand das 2. Schulfest statt. Der Erlös wurde für die Schulhofgstaltung verwendet.
1980 / 81 besuchten 138 Schüler die Herrnsheimer Grundschule, 1990 nur noch 116.
Danach begann der „Wohnblockbauboom“ in Herrnsheim – West. In die neu erbauten Mietwohnungen zogen Familien mit schulpflichtigen Kindern.

So konnten im Schuljahr 1994/95 drei 1. Klassen gebildet werden. Der Elternbeirat beschaffte einen Container, der im oberen Schulhof aufgestellt wurde und in den das 4. Schuljahr einzog Im Juni 1994 gründeten Eltern den Förderkreis der Grundschule Hernnsheim. Seine zahlreichen Aktivitäten wie Flohmarkt, Schulbuchverkauf, Kuchenverkauf und Teilnahme am Herrnsheimer Weihnachtsmarkt erbrachten Geld für besondere Anschaffungen der Schule.

Im Schuljahr 1995 / 1996 konnten 11 Klassen gebildet werden, zwei weitere Container wurden aufgestellt und die Hoffnung auf einen baldigen Neubau wuchs ständig. Schließlich genehmigte die Bezirksregierung einen Neubau,

Im August 1995 erfolgte der 1. Spatenstich auf dem Gelände westlich der beiden bestehenden Schulhäuser. l996 / 97 besuchten 315 Schüler in 13 Klassen die Grundschule; eine 1. Klasse (von -insgesamt 4 ) wurde ins katholische Pfarrzentrum ausgelagert.

1996 fand – trotz Schulraumnot – die 1. Projektwoche statt, sie endete samstags in einem großen Fest auf dem Schulgelände.

Der Neubau ging zügig voran und bereits im Dezember 1996 konnte das neue Schulhaus bezogen werden. Am 13. Januar 1997 feierte man die offizielle Einweihung. Den neuen, offenen Unterrichtsformen entsprechend eingerichtet, verfügt das neue Haus über 4 Säle, einen Werkraum, einen Mehrzweckraurn, drei Büros für die Verwaltung, eine Bibliothek, sowie Lehr- und Lernmittelräume.

Ein Container blieb auf dem Schulhof und beherbergt als Villa Kunterbunt die“ Betreuende Grundschule“. Mit dem Schuljahr 1998 / 99 wurde die „Volle Halbtagsschule“ eingeführt Mit nahezu 300 Schülerinnen und Schülern, einem engagierten Kollegium, einer aufgeschlossenen Elternschaft, dem Konzept der Vollen Halblagsschule gehen wir zuversichtlich und hoffnungsvoll in das neue Jahrtausend und wenn wir zurückblicken auf über 600 Jahre Herrnsheimer Schulgeschichte, können wir dankbar sagen: Noch nie konnten sich Herrnsheimer Kinder in einer schöneren Umgebung und unter besseren Bedingungen entfalten.

Schulleitung in Herrnsheim seit 1946,

1946 – 1955, Rektor Einil Martin
1956 – 1974: Rektor Hans Kissel
1974 – 1980: Rektor Eduard Kiesl
1981 – 1995: Hauptlehrer Alois Weidenauer
1995 – 2002: Rektorin Marliese Feiling
2002 – 2005: Rektor Wolfgang Steinmetz
ab 2005: Rektor Andreas Geppert